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Babajagas Hexenlog


Vom Schreiben in eigener Sache
Durch das Leben fühle ich mich oftmals vollgesogen wie ein Schwamm - dann muss ich mich ausdrücken.
(Autor unbekannt)

Besucher seit 19.02.2004:




Verfasst am 18.04.2006 20:12:13 Uhr
Osterrückblick

Mein Osterfest war dieses mal absolut nicht österlich festlich. Gefeiert habe ich zwar, aber nicht Ostern sondern Wohnungseinweihung und das am Karfreitag.

Nachdem ich die letzte Woche Urlaub hatte und somit viel Zeit, die Vorbereitungen zu treffen, hab ich die Einweihungsfete anberaumt. Zwar konnten nicht alle meine fleißigen Helferlein dabei sein, aber ich fürchte, das würde sich noch bis in den Sommer ziehen, einen Termin für alle zu vereinbaren. Da meine Kollegen auch schon mehr oder weniger dezent darauf hingewiesen hatten, dass sie nun doch gerne mal wüssten, wo ich gelandet bin, war klar, dass ich auch mein Team einladen würde. Tja, und die lieben neuen Nachbarn sind bei solchen Anlässen natürlich auch ganz wichtig – Vermieter eingeschlossen.

Da ja nie alle können, die man einlädt, hatte ich mit 12 bis 14 Leuten gerechnet und am Ende waren wir 16 und meine Wohnküche war brechend voll. Wenn der Vermieter nicht noch 4 Stühle gebracht hätte, wäre es mit den Sitzgelegenheiten schwierig geworden. So haben wir es geschafft, alle um meinen großen Tisch zu sitzen. Die Stimmung war auch richtig gut und ausgelassen, zumal ein Kollege die Qualitäten eines Animateurs hat und mit uns Spielchen gespielt hat, die keine Langeweile aufkommen ließen.

Der einzige, dem die Feier gar nicht gefallen hat, war Kater Jupp. Der arme ist ja ohnehin sehr ängstlich und verkriecht sich immer erstmal wenn Besuch kommt. Aber nun kamen ja immer neue Leute, der Lärmpegel wurde immer schlimmer und es wurde geraucht und laute Musik gehört. Ich hab Juppi zwar mit samt seinen Näpfen ins Arbeitszimmer gesperrt, aber irgendwann muss jemand die Tür geöffnet haben und der Kater ist in seiner Panik raus gerannt. Und da die Getränke auf der Terrasse standen, war auch diese Tür nach draußen immer wieder auf. Lange Rede kurzer Sinn: Jupp ist geflohen, um sein Leben gerannt, und blieb am nächsten Tag verschollen.

Nach dem ich gegen Mittag in der Lage war, meinen Kopf zu heben und mich langsam, sehr sehr langsam, ans aufräumen machte, hab ich in sämtliche Katerverstecke in der Wohnung geschaut und ihn nicht gefunden. Das war ein Schlag in den Magen. Die schönste Feier wäre es nicht Wert gewesen, den Kater dafür herzugeben! Ich bin immer wieder raus und hab gerufen, hab mit der Trockenfutterschachtel gerappelt und wieder gerufen, er ließ sich nicht blicken. Da mein Schmusekater noch nie im Leben draußen war, wusste ich nicht, wie er reagieren und ob er zurück finden würde. Ich sah ihn in meiner Fantasie irgendwo im Gebüsch hocken, vor Angst fast starr, und sich nicht mehr raus trauen. Oder ich sah ihn vom Auto überfahren irgendwo liegen. Jedenfalls war ich abends fix und fertig. Ich zwang mich, noch die eine Nacht abzuwarten und nahm mir vor, am nächsten Tag in der Nachbarschaft klingeln zu gehen und von dem entlaufenen Kater zu erzählen und auch beim Tierheim anzurufen.

Wahrscheinlich aufgrund der vorherigen Nacht, in der ich nicht viel geschlafen habe, bin ich irgendwann eingepennt. Ich wurde um 6 Uhr morgens wach, weil ich etwas gehört hatte, lauschte angestrengt. Nix. Hmmm… ich war schon sicher, dass ich geträumt hatte, stand aber auf und machte die Tür auf, rief nach Juppi. Nichts zu sehen, nichts zu hören. Oder? Doch…da war doch was?! Einem Impuls folgend ging ich auch in den Abstellraum. Dort war das Fenster gekippt und der Rollladen offen – und der Kater saß jämmerlich maunzend und ziemlich nass von außen auf der Fensterbank. Ich war soooo froh, ich hätte heulen können.

Ich hab das Fenster aufgemacht, den kleinen nassen Kerl rein gehoben und ihn erstmal abgetrocknet. Er hat sich auf sein Futter gestürzt und dann ist er ohne Umwege zu mir ins Bett gekommen. Normalerweise liegt er am Fußende auf der Decke. Das war ihm aber wohl nicht nah genug oder zu kalt. Er kroch unter die Decke, legte sich ganz nah an meinen Bauch und ich hatte irgendwie den Eindruck, dass er heilfroh war, wieder in Sicherheit zu sein.
Dann hat er den ganzen Ostersonntag gepennt, ist nur aufgestanden um mir in ein anderes Zimmer zu folgen, sich dort wieder hinzulegen und weiter zu schlafen. Ich glaub das Abenteuer hat ihn ganz schön mitgenommen. Er stand auch bisher nicht wieder an der Haustür oder hat sonst wie den Eindruck vermittelt, dass er raus wollte. Er soll auch lieber bei mir bleiben… da kann ihm wenigstens nichts passieren.

Ja… also… Ostersonntag und Ostermontag hab ich also ruhig und daheim verbracht. Meine Wohnung sieht wieder so aus, als hätte keine Fete stattgefunden und mein Kater ist wieder da. Einen Osterhasen haben wir nicht zu Gesicht bekommen. Macht aber nix… gute Freunde haben mir Küsschen gegeben *lächel*… also was Leckeres war da. Gestern abend hab ich mir als Schlaftrunk einen Eierlikör genehmigt – den hab ich passend zur Osterzeit als Gag da gehabt und eine oder zwei kleine Runden sind auch getrunken worden.

Und heute ist wieder Alltag und wieder Arbeit angesagt. Komisch, dass Urlaubstage immer kürzer sind als Arbeitstage, oder?

Ich wünsche allseits ein schönes Fest gehabt zu haben und kuschele jetzt noch was mit dem wieder gefundenen Kater Jupp.



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Verfasst am 08.04.2006 12:31:00 Uhr
???

Wie lange kann ein Mensch schauspielen? Wie lange kann er vorgeben, etwas zu sein, zu fühlen, zu wollen, was er gar nicht wirklich ist, fühlt und will? Woran erkennt man das?

Ich bin selbst viel zu ehrlich und zu offen. Mir merkt man viel zu leicht an, was ich denke und fühle. Ich mache es den Menschen leicht, mich einzuschätzen und damit kann man mich auch leicht manipulieren. Scheinbar lerne ich auch nicht dazu.

Ich denke immer, weil ich niemandem etwas vor mache, machen andere das auch mit mir nicht.

Das stimmt leider nicht.

Und die Enttäuschung tut immer wieder weh, auch wenn es das 100ste mal ist.

Ich bin ne schöne Hexe. Vielleicht sollte ich mich mal näher mit dem Wahrsagen und Kristallkugeln beschäftigen.


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Verfasst am 05.04.2006 00:19:37 Uhr
Beginn einer Beziehung


Wann beginnt eine Beziehung? Zu Schulzeiten war so etwas ganz klar geregelt: Man wurde gefragt, mündlich oder per Zettelchen, manchmal sogar zum ankreuzen, ob man mit jemandem „gehen“ wolle. Wenn man mit ja antwortete, war man ab diesem Zeitpunkt ein Paar. Ganz klar.

Nur läuft das alles im reifen Alter von Ende 30 nicht mehr so. Erstens schickt niemand mehr Zettelchen durch die Gegend, auf denen man ja oder nein ankreuzen kann. Zweitens ist man sich der Bedeutung einer Beziehung bewusst, die in der Regel dann auch eher länger dauert als ein paar Wochen. Und drittens ist man schon mehr als ein mal verletzt worden und weiß, dass man verletzbarer wird, je näher man jemanden an sich heran lässt, je mehr jemand über einen weiß, je tiefer die Gefühle werden, die man zulässt.

Also beginnt ein Wechselspiel von Freude, Annäherung, Angst und Rückzug. Die Deckung bleibt zunächst noch oben und man rechnet jederzeit mit einem bösen linken Haken, während man sich doch eigentlich eher von der rechten Hand streicheln lassen will. Das ganze erinnert an ein ziemlich verschüchtertes Haustier, das schon viele schlechte Erfahrungen mit den Menschen gemacht hat und doch weiß, dass die Bindung an den Menschen die einzige Überlebenschance darstellt. Ich sehe einen geduckt und mit eingeklemmtem Schwanz näher kommenden Hund, jederzeit fluchtbereit, den Blick auf den an ausgestreckter Hand hingehaltenen Futterbrocken gerichtet. Oder eine Katze, die sich wie mein Juppi unter dem Schrank verkriecht und abwartet, was um sie herum passiert, die ganz langsam heraus kommt, wenn der Hunger zu groß wird, auf der Hut und immer bereit, sofort umzudrehen und schnellstens wieder in das sichere Versteck zu flüchten.

Hunger bezieht sich natürlich in diesem Bild nicht auf Nahrung oder auf Geld oder irgendetwas anderes materielles. Ich bin in der glücklichen Lage, meinen Lebensunterhalt selbst zu verdienen. Aber ich kann trotzdem nicht dauerhaft ohne einen Menschen leben, weil ich mich nach Liebe und Nähe und Zärtlichkeit sehne. Bietet mir jemand das an, kommt mir emotional näher, streckt die Hand nach mir aus, um mich zu streicheln, möchte mich in den Arm nehmen, reagiere ich einerseits mit einer riesigen Sehnsucht, möchte am liebsten sofort hin laufen, ihm bildlich auf den Schoß springen und mich kraulen lassen. Aber dazu ist die Angst noch zu groß.

Also schleiche ich noch abwartend herum, gehe näher und warte, ob etwas passiert, ob man mir weh tut, traue mich dann noch etwas näher, vorsichtig und in stetiger Fluchtbereitschaft. Jedes Wort wird genau beachtet, ob nicht vielleicht eine Warnung darin liegt, jede Reaktion wird beobachtet, ob die Hand auch wirklich so liebevoll streicheln will, oder ob sie am Ende vielleicht doch weh tut.

Dass ich mir diese Gedanken mache ist der Beweis dafür, dass er mir nicht egal ist und dass ich mir der Gefahr bewusst bin, in der ich mich befinde.

Gestern habe ich meine „Deckung“ wieder ein wenig mehr fallen lassen. Ich habe meinen Eltern gesagt, dass es da jemanden gibt. Das hat zur Folge, dass ich mir nun Fragen stellen lassen muss und wenn es nicht weiter geht, muss ich auch das jemandem sagen. Er ist nun nicht mehr nur für mich real. Er ist auch für mein Umfeld existent. Man könnte sagen, dass ich mich zu ihm bekannt habe. Ich habe mich dabei misstrauisch beobachtet, aber irgendwie fühlte es sich gut an. Und ich habe ihm davon erzählt.

Er hat ebenfalls gestern jemandem vorn mir erzählt und zwar seinem Chef und seinen Kollegen. Zwar war das nicht so eine rein private Mitteilung Menschen gegenüber die man liebt und die einem wichtig sind. Aber auch er hat sich sozusagen zu mir bekannt.

Um den Kreis zu schließen und die Eingangsfrage wieder aufzugreifen: ab wann beginnt eine Beziehung? Beim ersten Kuss? OK, ich hatte schon ziemlich viele Beziehungen *grins*
Beim ersten Sex? Nein, ich denke, die Tatsache, dass es ONS gibt, wo niemand eine Beziehung darin sehen möchte, widerlegt diese Behauptung. Ich denke, die Beziehung beginnt, wenn sich beide dazu bekennen, oder?

Habe ich eine Beziehung? Ich glaube ja. Und ich finde es gut so!

Das Wochenende war übrigens sehr schön, wenn auch nicht ganz so wie geplant. Mir ist zum ersten Mal in meinem Leben ein Getränk in der Badewanne serviert worden und ich habe mich sehr, sehr wohl gefühlt mit ihm bei mir und auch bei ihm. Er akzeptiert meine Empfindlichkeiten und ich lerne seine Empfindlichkeiten kennen – die übrigens auch nicht ohne sind *lächel*. Aber wir versuchen, behutsam mit uns umzugehen und uns nicht weh zu tun. Wir reden viel miteinander und genießen die Nähe, wenn wir zusammen sind. Und wenn wir nicht zusammen sind, denke ich an ihn, wir schreiben uns sms oder mails und abends telefonieren wir.

Ja, ich habe eine Beziehung.

*seufz*

SCHÖÖÖÖÖÖÖÖN!!!!



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Verfasst am 31.03.2006 19:41:07 Uhr
*seufz*

Der Abend und die Nacht waren genau so schön, wie ich es mir erwünscht habe.

Er ist heute morgen mit mir gleichzeit aus dem Haus gegangen und hat seit dem schon gesimst und zwei mal angerufen. Es sagt, dass es ihn ganz schön erwischt hat. *lächel*

Er muss heute sehr lange arbeiten und wird noch eine Nachtschicht zuhause dranhängen. Wer telefonieren aber auf jeden Fall nochmal, bevor wir schlafen gehen. Und morgen nachmittag wird er wieder hier sein. Abends wollen wir wieder essen gehen und abends gehen wir mal unter Leute. Am Sonntag wechseln wir dann am Nachmittag den Standort und ich fahre mit zu ihm. Er wohnt viel näher an meiner Arbeitsstätte, so dass ich von ihm aus Montag schnell im Büro sein kann.

Was für ein schöner Plan für das Wochenende!

Ansonsten hab ich mich heute damit beschäftigt, die Terassensaison zu eröffnen. Nein, hier war kein schönes Wetter und ich habe auch nicht draußen sitzen können. Aber ich habe meinen Liegestuhl bei meinem Ex aus dem Keller geholt und ich habe Stauden in Kübel gepflanzt. Morgen muss ich nochmal in den Baumarkt und mehr Blumenerde holen. Dann werde ich auch die Blümchen für die Balkonkästen aussäen. Ich freue mich immer so, wenn die ersten grünen Triebe aus der Erde schauen. Ich weiß, dass es schon ziemlich spät ist, mit dem säen anzufangen. Aber vorher hatte ich einfach noch keinen Platz für solche Arbeiten und auch nicht für die Kästen. Rausstellen kann man die ja noch nicht - nicht die Sommerblumen. Die Stauden stehen aber jetzt draußen in den Kübeln und werden beregnet. Heute ist hier echtes Aprilwetter! Sonnenschein, Wind, Wolken, immer dunklere Wolken, heftiger Regen, Wind, Wolken, Sonnenschein......

Immerhin ist es mittlerweile über 10 Grad warm....wow


So, jetzt gehe ich mit Jupp auf das Sofa und kuschel ne Runde. Wünsche allseits ein schönes Wochenende.


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Verfasst am 31.03.2006 19:24:07 Uhr
Glaube, Liebe, Hoffnung

Dieser Beitrag ist am 30.03.06 am Arbeitsplatz geschrieben worden und wird heute nachträglich eingestellt:


In meiner Jugend hatte ich einen silbernen Kettenanhänger bestehend aus drei kleinen Symbolen: Kreuz, Herz und Anker. Meine Mutter hat mir damals die Bedeutung mit Glaube, Liebe, Hoffnung erklärt. In der letzten Zeit gibt es diese Anhänger wieder häufiger, nicht mehr so schlicht wie meiner gewesen ist, poppig, mit Strass besetzt, in bunten Farben.

Wie ich da drauf komme?

Ganz einfach: ich habe überlegt, wie ich meinen Log-Eintrag betiteln soll. In meinen Gedanken kreisten Sätze wie: „Darf ich noch an die Liebe glauben“, „Hoffnung auf neue Liebe“, „Die Hoffnung wächst“, „Liebe?“, „Sollte es diesmal der Richtige sein?“, „Glauben an Mr. Right?“

Noch Fragen?


Jedenfalls ist es so, dass ich mich zwar in den letzten Monaten mehr darauf konzentriert habe, mein Leben wieder in den Griff zu kriegen, alles in geordnete Bahnen zu lenken, mir eine eigene kleine Welt zu bauen und damit zufrieden zu sein. Aber ich wäre nicht ich selbst, wenn ich nicht darauf gehofft hätte, dass mir wieder ein Mann begegnen wird, der mich lieben kann und den ich lieben kann. Diese Hoffnung war es schließlich, die mir den letzten Mut gegeben hat, die Trennung durchzuziehen und Nägel mit Köpfen zu machen.

Ich habe nicht wirklich damit gerechnet, ihn so schnell zu finden. Ich hatte auch keine genaue Vorstellung von ihm oder von einer neuen „Idealbeziehung“ – wenn es so etwas überhaupt gibt.

Wenn man im Personalbereich arbeitet, kennt man das Wort „Anforderungsprofil“. Müsste ich ein Anforderungsprofil für meinen Traummann erstellen, würde auf jeden Fall drin stehen, dass er offen, ehrlich und kommunikativ sein muss. Wenn die letzte Beziehung auseinander gegangen ist, weil man sich nichts zu sagen hatte und im Zweifelsfall auch nicht miteinander reden konnte, legt man viel Wert darauf, dass dies in der neuen Beziehung nicht wieder vorkommt.

Außerdem wünscht sich wohl jeder – oder zumindest die Mehrheit der Menschen auf Partnersuche – dass der Partner gefühlvoll ist und Willens und in der Lage, sich auf einen neuen Partner/in einzulassen und somit auch „beziehungsfähig“ ist, wie man so schön sagt.

Tja, aber das ist alles graue Theorie. Denn funktionieren kann es ja trotzdem nur dann richtig, wenn auch der berühmte Funke überspringt, wenn man eine Anziehung verspürt, und zwar BEIDE, wenn man dem Menschen auch nah sein will, ihn berühren möchte, seine Küsse mag.

Warum ich so ins Philosophieren gekommen bin, lässt sich leicht erklären. Ich habe einen Mann kennen gelernt und schwanke noch zwischen ungläubigem Staunen, misstrauischem Abwarten und der Hoffnung, dass dieser Mann mir geben kann, was mir fehlt und wonach ich mich sehne: Liebe.

Wie immer im „richtigen Leben“ überschlagen sich die Ereignisse, wenn einmal etwas ins Rollen kommt. Wir haben uns kennen gelernt und brechen seit dem meine sämtlichen Telefonrekorde – und ich habe da einiges vorzuweisen. Man kann also davon ausgehen, dass er kommunikativ ist, denn Monologe liegen mir auch nicht wirklich

Wir haben uns getroffen und waren zusammen essen. Wir haben uns den ganzen Abend die Hand gehalten und es hat ganz schön geknistert zwischen uns.

Er legt wie ich Wert darauf, dass man viel miteinander redet, dass man seinem Partner auch dann mal eine lieben Gruß per sms am Morgen schickt, wenn man sich am Abend treffen will, dass man zwischendurch telefoniert, er hat mich morgens auf dem Weg zur Arbeit angerufen, weil er gerne mal meine Stimme hören wollte. Das tat unendlich gut. So etwas habe ich schon so lange nicht mehr erlebt.

Er sagt, dass ich ihn verzaubert habe und dass er Sehnsucht nach mir hat, mich schnellstens und ganz oft wieder sehen will. Er sagt, meine Vergangenheit sei vorbei und Geschichte, er wäre gern die Gegenwart und die Zukunft für mich. Er hat sich in mich „verguckt“ sagt er, gibt mir Kosenamen und ist so lieb zu mir.

Irgendetwas in mir will all das glauben, ich würde mich gerne fallen lassen und einfach genießen, wie schön das alles ist und wie gut er mir tut. Aber noch regiert die Angst und lässt mich immer ein Stückchen neben mir stehen und misstrauisch auf seinen nächsten Schritt schauen, meine Gefühle kritisch beobachten und meine Worte vorsichtig wählen.

Aber heute Abend möchte ich seine Gegenwart einfach spüren, genießen und nicht die Stimmung mit ängstlichen Gedanken kaputt machen. Ich nehme mir also vor, nichts zu erwarten, sondern es auf mich zu kommen zu lassen. Und ich habe die Hoffnung, dass meine ganze Angst unbegründet ist. Bisher verhält er sich so vorsichtig, lieb und zuverlässig, dass er wirklich ein bisschen mehr Vertrauen von mir verdient hat.

*seufz*

Noch ein paar Stunden arbeiten und dann holt er mich ab und wir werden uns einen kuscheligen, gemütlichen Abend bei mir machen. Ich freu mich so auf ihn!


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